Friedrich-Ebert-Straße

Dieser Bericht erschien am 8. November 2021 im "Dieburger Anzeiger".


Friedrich EbertFriedrich Ebert"Ich will und werde als der Beauftragte des ganzen deutschen Volkes handeln, nicht als Vormann einer einzigen Partei. Ich bekenne aber auch, dass ich ein Sohn des Arbeiterstandes bin, aufgewachsen in der Gedankenwelt des Sozialismus und dass ich weder meinem Ursprung noch meiner Überzeugung jemals zu verleugnen gesonnen bin." 
Friedrich Ebert wurde am 4. Februar 1871 als Sohn eines Schneiders in Heidelberg geboren. 1885 machte er eine Lehre als Sattler. Auf der Walz engagierte er sich für den Zusammenschluss von Handwerkern und schloss sich 1889 der SPD an. Schon ein Jahr später wurde er zum Parteivorsitzenden gewählt. 1905 zog Friedrich Ebert nach Berlin und wurde in den SPD-Parteivorstand gewählt; mit 34 Jahren war er dessen jüngstes Mitglied. 1912 zog Ebert in den Reichstag ein. Die SPD war zu diesem Zeitpunkt die stärkste Fraktion. Nach August Bebels Tod im Jahr 1913 wurde Ebert neben Hugo Haase zum Vorsitzenden der SPD auf Reichsebene gewählt.
Der Erste Weltkrieg spaltete die Partei zunehmend. Im November 1918 traten in Berlin zahlreiche Arbeiter in den Streik und demonstrierten für eine grundlegende Neugestaltung der politischen Verhältnisse. Reichskanzler Max von Baden erklärte eigenmächtig den Rücktritt von Kaiser Wilhelm II. und übergab sein eigenes Amt dem Vorsitzenden der SPD-Reichstagsfraktion Friedrich Ebert. Ebert, immer noch Vorsitzender der SPD, machte sich für eine demokratisch zu wählende Nationalversammlung stark, ihr sollte die Entscheidung über die künftige Staatsform des Deutschen Reiches vorbehalten bleiben. Aus der Nationalversammlungswahl am 19. Januar ging die SPD als stärkste Fraktion hervor. Erstmals hatten auch Frauen wählen dürfen. Am 11. Februar 1919 wurde Ebert zum Reichspräsidenten gewählt. Ebert traf in dieser massiven Krisensituation manch unpopuläre Entscheidung, immer bestrebt, die parlamentarische Demokratie zu beschützen. Dennoch litt sein Ansehen in der SPD und in der Arbeiterschaft; einzelne Parteigliederungen forderten sogar seinen Ausschluss aus der Partei. 
Friedrich Ebert starb am 28. Februar 1925 im Alter von 54 Jahren. Nach dem Tod Eberts trug der SPD-Vorstand dem politischen Vermächtnis des ersten Reichspräsidenten durch Errichtung einer Friedrich-Ebert-Stiftung Rechnung. 
(Quelle: www.fes.de/stiftung/friedrich-ebert)