Anna-Ulner-Straße

Dieser Bericht erschien am 6. September 2021 im "Dieburger Anzeiger".


Der Heimatverein führt die kleine Reihe von Artikeln über besondere Persönlichkeiten, nach deren Namen einige Dieburger Straßen benannt sind, dem Alphabet folgend weiter. 
Die Ulner von Dieburg (auch Eulner oder Ullner von Dieburg bzw. Ullner von Diepurg) waren eine der ältesten Adelsfamilien in Dieburg. Die älteste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1207. Das Geschlecht starb 1771 aus. 
Wo heute das Fechenbach-Schloss steht, war der Sitz der Burgmannenfamilie der Ulner von Dieburg. Von dem einstmaligen Renaissancebau ist nur noch das Kellergewölbe vorhanden. (Wikipedia)
Sichtbare Spur des Hartmann Ulner von Dieburg und seiner Gemahlin Anna, geborene Cratz von Scharfenstein, ist das Allianzwappen, das sich früher am Anwesen der Ulner in der Eulengasse befand. Heute findet man es über der Wasserpforte in der Stadtmauer am Schloss Fechenbach.
Zum Gedächtnis an ihren Gatten Hartmann Ulner von Dieburg (+ 1602) und zum Andenken an ihren Schwager Philipp Ulner von Dieburg und dessen Gattin, die bereits 1595, bzw. 1576 verstorben waren, ließ Anna Ulner von Dieburg 1604 den Altar „Zur heiligen Krippe“ errichten. Im Volksmund „Krippches-Altar“ genannt. 
Dieser stand zunächst als Epitaph in der Minoritenkirche in der Stadtmitte und wurde dann später im Ostchor der Gnadenkapelle aufgestellt. 
Anna Ulner von Dieburg starb 1613 im letzten Jahr der in Dieburg grassierenden Pestepidemie. 
Es darf davon ausgegangen werden, dass sie an der Seite ihres Mannes vor dem St. Ulrich-Altar in der damaligen Pfarrkirche beigesetzt wurde.
Quelle: Jahrbuch 2014 des Heimatvereins, „Neue Erkenntnisse zur Geschichte der Familie Ulner“ von Anne Sattig und „Krippches-Altar“ in der Wallfahrtskirche von Hans Dörr.