Am Schloß Stockau

Dieser Bericht erschien am 12. August 2021 im "Dieburger Anzeiger".


Der Heimatverein führt die kleine Reihe von Artikeln über besondere Persönlichkeiten, nach deren Namen einige Dieburger Straßen benannt sind, dem Alphabet folgend weiter. 
Die Familie Groschlag verließ 1699 das Stadthaus am Markt und bezog das vor den Toren der Stadt an der Mühle Stockau errichtete Schloss. Dort ließ Johann Philipp Ernst von Groschlag zunächst den barocken Teil der repräsentativen Parkanlage (Schlossgarten) anlegen.
Die hufeisenförmige Anlage des Schlosses zog sich parallel zur Gersprenz hin. Den Mitteltrakt überragte ein Volutengiebel mit Wappenkartusche und Uhrtürmchen. Im Vordergrund waren Stallungen und Wirtschaftsgebäude. 
Nach dem Tode Johann Philipp Ernst von Groschlag erbte Sohn Philipp Karl Anton von Groschlag die Güter. Nach dessen Tod gingen die Besitztümer an Karl Friedrich Willibald Freiherr von Groschlag zu Dieburg über. Nach seinem Tod im Jahr 1799 wurde Schloss Stockau seiner Tochter Maria Anna von Lerchenfeld zugesprochen. Im Jahre 1840 verkaufte sie alle Güter an Freifrau Charlotte von Gemmingen. Diese ließ etwa 100 m unterhalb des Schlosses eine neue Mühle errichten, die noch heute erhalten ist.
1853 erwarb Oberst von Brüsselle den gesamten Besitz, der ihn 1863 an die Stadt Dieburg weiterveräußerte. Inzwischen waren schon viele Teile des Schlosses abgetragen und die Steine wurden als Baumaterial an Dieburgs Bürger verkauft. 
Dies war der Untergang eines einst blühenden Barocks. Nur der Name ist geblieben.
Quellen:
Dieburg eine Chronik, 
Jahrbuch 2000 des HVD, Hans Dörr,
Ein Parkvorbild der Goethezeit, Dr. Karl Diel