Theobaldstraße

Dieser Bericht erschien am xxxxxx im "Dieburger Anzeiger".



Hl. Theobald

In der Nähe der heutigen Wendelinuskapelle stand die urkundlich schon 1514 erwähnte St. Theobaldskapelle am Marienplatz. Sie gab der Theobaldstraße ihren Namen.
St. Theobald war Priester, Heiliger und Eremit. Er wurde um 1017 im Ort Provins in Frankreich geboren und starb am 30. Juni 1066 in Salanigo bei Vicenza in Italien. Theobald war Sohn des Grafen Arnoul von Brie und Champagne. Er kam nach einem Aufenthalt in Reims nach Pettingen in Luxemburg und war dort zusammen mit seinem Freund Walter bei den Herren der Burg beschäftigt.
Theobald weigerte sich zu heiraten und wollte auch nicht für seinen Cousin Odo II wegen des Streites um die burgundische Krone in den Krieg ziehen. Er wollte mit Erlaubnis seines Vaters Einsiedler werden.
Mit Walter zusammen unternahm er eine Wallfahrt zur Jakobus-Wallfahrtsstätte in Santiago de Compostela und reiste über Trier zurück. Später planten die Freunde eine Pilgerreise nach Rom und von dort über Venedig in das Heilige Land. Bei Vicenza wurde Walter krank und starb. Theobald blieb in der Nähe in einem Ort namens Salanigo als Einsiedler und lebte dort in äußerster Strenge und Armut. Nach einigen Jahren wurde er vom Bischof von Vicenza zum Priester geweiht. Auch Theobalds Mutter Gisela lebte dann als Eremitin in seiner Nähe. 1056 trat er dem Kamaldulenserorden bei und wurde schon zu Lebzeiten als Heiliger verehrt.
Theobald wurde 1066 in der Kathedrale in Vicenza bestattet und dann nach Badia Polesine gebracht. Die Reliquien wurden später von seinem Bruder Arnulf in die von ihm geleitete Abtei Ste.-Colombe in Sens überführt. 1705 kamen auch Reliquien in seine Geburtsstadt Provins.
Die angeblichen Schädelreliquien von Theobald und Walter werden in einem Schrein aus dem Jahr 1763 in einer Kapelle neben der Burg Petting verehrt.
In Frankreich wurden zahlreiche Kirchen nach Theobald (Thibault) benannt.
Theobald wurde schon wenige Jahre nach seinem Tod von Papst Alexander II heilig gesprochen, zahlreiche Wunder wurden von ihm berichtet. Er wird oft als Reiter und als Einsiedler dargestellt. Er ist der Patron von Provins sowie der Bauern, Winzer, Gerber und Köhler. Ihn anzurufen hilft gegen Fieber, Gicht, Augenleiden, Unfruchtbarkeit und Angst.
Sein Name bedeutet „Der im Volk Mutige.“

Quellen:
 Franz Weißbäcker: Wissenswertes von Dieburg.