Niebergallweg

Dieser Bericht erschien am 3. Mai 2022 im "Dieburger Anzeiger".



Ernst Elias Niebergall

Der Dichter Ernst Elias Niebergall und seine Beziehung zu Dieburg.
Niebergall war das 7. Kind eines aus dem Thüringischen stammenden Musikers. Als Elfjähriger wurde E. E. N. Vollwaise. Er studierte 1832 – 1835 Theologie an der Universität Gießen. Dort wurde er Mitglied der ‚Alten Gießener Burschenschaft‘. Dieses Corps wurde wegen verschwörerischer Umtriebe verboten. Niebergall war darin verwickelt, und so verzögerte sich sein Examen. Ohne Abschluss war er zunächst als Hauslehrer in Dieburg im Dienste des Forstmeisters Reitz, um dessen Kinder und andere, meist evangelische Beamtenkinder, zu unterrichten. Und später ab 1840 mit Examen war er in Darmstadt als Lehrer für Latein, Griechisch und Geschichte tätig. In Dieburg entfaltete Niebergall eine große literarische Tätigkeit.
Für Dieburg ist unter anderem die Sage vom Totenmarkt besonders erwähnenswert. Niebergalls erstes Hauptwerk war ‚Der tolle Hund‘. Diese Lokalposse hat er in Dieburg vollendet. Darin erwähnt er den Metzger Blenz, der in der Zuckerstraße 6 die Gastwirtschaft ‚Zum Goldenen Engel‘ betrieb.
In seinem Werk lässt Niebergall den Metzger Knippelius sprechen: „Mai Vadder seelig wor e verninftiger Mann un wor lang in Schlesinge gewäse, woas sekt der dazu? Kah Silb! Awwer e poor Woche druff kimmt er mit eme Brief in der Hand un sehkt: Balser, do how ich en Brief krickt von eme gute Freind in Dibborg, er breicht en Gesell, mach dich ferdig. Des wor mer e Schlook ins Kondohr, owwer ich hob gewißt, daß mei Vadda seelig kahn Spaß verstannde hot, pack der mein Bindel und stolper nooch meim Dibborg. Do how ich zwaa Johr bei ahm Nomens Blenz geschafft, des wor e ordentlicher Mann un hot die beste Werscht in ganz Dibborg gemocht.“
Niebergall ist in dem Gasthaus ‚Zum Goldenen Engel‘ ein und aus gegangen und kannte somit die Gegebenheiten in Dieburg gut. So richtig bekannt wurde Niebergall durch seinen ‚Datterich‘, der in Dieburg seine Wurzel hatte. Dieses im südhessischen Dialekt geschriebenes Schauspiel Datterich (1841) wird heute noch als Darmstädter Posse gerne aufgespielt. Am bekanntesten ist eine Fernsehfassung mit Joseph Offenbach in der Hauptrolle. Niebergall erlebte die Urfassung des Stückes nicht mehr, denn sie fand erst 1862 in Darmstadt-Bessungen statt. Mit nur 28 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben, wurde Niebergall im Alten Friedhof in Darmstadt bestattet.

Quelle: Wikipedia, Archiv Stadt Dieburg